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Ein Verein stellt sich vor - oder die Antwort auf die Frage: "Was ist die Historische Furche"?
Alles begann Anfang der neunziger Jahre in einem längst vergangenen Jahrhundert, als sich die Presse für die seinerzeit noch kleine Treckersammlung des heutigen Clubvorsitzenden Bernd Schulze-Entrup aus Bockholt interessierte. Eine Osterreportage in der Tageszeitung "Lübecker Nachrichten" über seine Aktivitäten mit einem Blechbulldog, einem kleinen MAN und einem Hanomag fand sehr viel Echo in der Leserschaft - und der Autor des Artikels und der Sammler entdeckten ihre gemeinsame Begeisterung für die Landtechnik der Vergangenheit. So war es nur folgerichtig, dass wenig später Bernd Schulze-Entrup dem Journalisten Eckhard Meier die Frage stellte: "Was hältst Du davon, wenn wir mal eine richtig große Veranstaltung machen und alle zusammen bringen, die das selbe Hobby pflegen?"
Also kam es, wie es kommen musste: Im Spätsommer 1994 richtete eine Handvoll engagierter Treckersammler auf einem abgeernteten Feld des Bauern Hans-Heinrich Hatje bei Gothendorf eine Oldtimerschau unter dem Namen "Die historische Furche" aus - und der Erfolg gab ihnen Recht. Auf dem Acker herrschte stundenlang Hochbetrieb, und noch Tage später redeten die Leute der Region von dieser Veranstaltung. Also wurde die nächste Idee geboren: Unter dem Namen der ersten Großaktion fand sich eine neue Sparte im Bockholter Sport- und Kulturverein zusammen. Doch schon nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass die "Historische Furche" einfach auf eigenen Füßen stehen musste, und so trennten sich die Wege des gastgebenden Vereins und der neuen Sparte in Freundschaft: Ein eigener Verein wurde gegründet.
Inzwischen erlebte das Oldtimer-Hobby mit alten Landmaschinen einen wahren Boom: Immer häufiger wurden die Mitglieder der "Historischen Furche" angefordert, um auf allen erdenklichen Volks- und Kirchenfesten mit ihren urigen Treckern für das gewünschte Lokalkolorit vergangener Tage zu sorgen. Unabhängig davon begründeten die Mitglieder eine Tradition, indem sie alle zwei Jahre jene Veranstaltung wieder aufleben ließen, der dieser Verein seinen fulminanten Start verdankte: Die Vorführung alter Landtechnik wurde zu einer begehrten Aktion im Veranstaltungskalender des Kreises Ostholstein - besonders, seitdem sie auf den Äckern des Gutes Sierhagen bei Neustadt stattfindet. Doch dazu an anderer Stelle mehr.
Weil der Verein nicht auf Gewinne ausgerichtet ist und sich der Erhaltung von Kulturwerten verschrieben hat, kam die Frage auf: "Warum beantragen wir eigentlich nicht die Gemeinnützigkeit?" Eine Nachfrage beim Finanzamt ergab, dass es dazu einer Expertise von Fachleuten bedurfte, in der der Wert der Vereinsarbeit für die Allgemeinheit dokumentiert wurde. Dr. Hartwig Barg, Denkmalpfleger in Diensten des Kreises Ostholstein und ausgewiesener Fachmann für derartige Angelegenheiten, bescheinigte dem Verein das Gewünschte. Barg sinngemäß: "Die Pflege und auf Originalität bedachte Erhaltung alter Maschinen ist eine hervorragende Ergänzung für die Restaurierung alter Bausubstanz und aus Sicht der Denkmalpflege uneingeschränkt zu begrüßen." Wie Recht er hatte, bewies sich am Tag des offenen Denkmals, als das Gut Garkau einer breiten öffentlichkeit präsentiert wurde: Ein davor abgestellter zeitgenössischer Lanz Bulldog zeigte eindrucksvoll, wie alt das immer noch erstaunlich modern wirkende Gebäude tatsächlich ist.
Inzwischen peilt der Verein nun schon fast sein zehnjähriges Jubiläum an, doch auch dazu an anderer Stelle mehr. In der öffentlichkeit genießt die "Historische Furche" einen ausgezeichneten Ruf - kein Wunder angesichts des Absatzes 3 der Paragraphen 2 der Satzung. Darin heißt es unter anderem: "Jedes Mitglied stellt sicher, dass bei aktiver Teilnahme an Veranstaltungen sein Verhalten tadellos ist sowie ggf. sein Gerät den derzeitig gültigen Bestimmungen entspricht."
Die Mitgliederzahl ist kontinuierlich gestiegen und liegt derzeit bei gut 70 Personen, die über einen Trecker- und Maschinenpark verfügen, der einen guten Querschnitt durch die Produktion des frühen 20. Jahrhundert liefern kann.
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